REGELN

Was man wissen sollte, wenn man Pétanque spielt…Die (wahre) Geschichte der Fanny!

Beim Pétanque/Boule stehen sich immer zwei Parteien gegenüber, jede verfügt über die gleiche Anzahl Kugeln. Folgende Formationen sind üblich:
 
1 Spieler gegen 1 Spieler (tête à tête) – 3 Kugeln pro Spieler (6 Kugeln)
2 Spieler gegen 2 Spieler (doublette) – 3 Kugeln pro Spieler (12 Kugeln)
3 Spieler gegen 3 Spieler (triplette) – 2 Kugeln pro Spieler (12 Kugeln).

Ziel ist es, seine Kugeln näher an einer kleineren Zielkugel (frz. cochonnet, dt. „Schweinchen“) zu platzieren, als der Gegner. Gespielt wird auf jedem Gelände; ein ebenes, glattes Spielfeld oder Banden wie bei der italienischen Variante, dem Boccia bzw. beim Bowls, ist nicht erforderlich.

Durch Los wird bestimmt, welche Mannschaft das Spiel beginnt. Diese Mannschaft markiert einen Kreis auf dem Boden. Von diesem Kreis aus wird die Zielkugel auf eine Entfernung von sechs bis zehn Metern geworfen (vgl. Abb. Spielübersicht). Damit beginnt die erste Runde, die als Aufnahme bezeichnet wird. Die Mannschaft, welche die Zielkugel platziert hat, wirft auch die erste Kugel. Dabei ist zu beachten, während des Wurfvorganges mit beiden Füßen den Boden im Abwurfkreis zu berühren. Welcher Spieler aus einer Mannschaft einen Spielzug ausführt, ist prinzipiell nicht von Belang, die individuellen Spielstärken des einzelnen Mitspielers spielt bei der Spieltaktik aber eine wesentliche Rolle. Ebenso ist es einem Spieler freigestellt, aus dem Stand oder aus der Hocke den Spielzug auszuführen.

Die andere, zweite Mannschaft ist nun solange am Zug, bis sie eine Kugel näher an der Zielkugel liegen hat als die erste Mannschaft, oder bis sie keine Kugeln mehr zur Verfügung hat. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine Kugel der eigenen Mannschaft als beste Kugel zu spielen. Entweder wird eine eigene Kugel besser platziert als die beste Kugel des Gegners („Legen“), oder die bisher beste Kugel wird zugunsten einer eigenen Kugel von der Zielkugel entfernt („Schießen“). Schwieriger, aber auch möglich, ist das Anstoßen der Zielkugel, dies kann die Situation in der Aufnahme völlig verändern. Beispiel für die Zählung einer Aufnahme

Wenn alle Kugeln beider Mannschaften gespielt wurden, ist die Aufnahme beendet und es wird gezählt. Die beste Kugel bringt einen Punkt für die Mannschaft, der die Kugel gehört. Ist die zweitbeste Kugel von der gleichen Mannschaft, zählt sie einen weiteren Punkt, und so weiter, bis bei der besten Kugel des Gegners die Zählung abbricht. In einer Aufnahme können also 1 bis 3 (tête-à-tête) oder bis zu 6 Punkte (doublettes und triplettes) erzielt werden.

Dann beginnt die nächste Aufnahme wiederum mit dem Wurf der Zielkugel durch die Mannschaft, welche die vorige Aufnahme gewonnen hat. Eine Partie geht bis 13 Punkte, so ist sichergestellt, dass mindestens drei Aufnahmen gespielt werden. Ausnahmen sind die Finalspiele von Meisterschaften: diese Partien können bis 15 Punkte gespielt werden. Das Finale der Weltmeisterschaft wird immer bis 15 Punkte gespielt.
Pétanque ist zuallererst ein Spiel, das von Menschen jeden Alters gespielt werden kann, auch von solchen, die körperlich oder geistig beeinträchtigt sind. Die Regeln sind sehr einfach und verständlich. Besondere Kraft ist nicht nötig, es geht nicht darum, wer am weitesten kommt; so können alle miteinander spielen. Das Material ist einfach und nicht teuer, ein Platz findet sich überall.

Einige Begriffe

au fer Auf Eisen. Schießkugel trifft direkt, ohne vorher auf dem Boden aufzusetzen
biberon Kugel hat direkten Kontakt zum Schweinchen (wörtlich: Schnuller), sie liegt „presse“
carreau Volltreffer beim Schießen.
carreau sur place Optimaler Volltreffer: Die Schießkugel bleibt auf dem Platz der getroffenen Kugel liegen.
cochonnet Schweinchen, Sau, Wutz, Zielkugel